Hans Kley, der erste Chronist des heimischen Sports

Hans Kley starb leider im April 2019 im Alter von 92 Jahren.

„Nur als Chronist"

Die Trutzburg des (UHU -)Klebesatzes im Computer-Zeitalter: Hans Kley, auch schon in Form einer Karikatur gewürdigt (kleines Foto), in seinem Büro bei der Arbeit an dem letzten SSV-Sportspiegel unter seiner Federführung. RN-Fotos: Lukas

Aus den Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel vom 25. April 2003 / Autor: Jens Lukas

Unzählige Klebestifte mussten in den letzten 31 Jahren dran glauben. Zumeist der Marke UHU. „Pritt-Kleber ist einfach zu zäh", betont Hans Kley in seinem Bürostuhl sitzend.

Für den Macher des Castrop-Rauxeler „Sportspiegels" ist die 86. Ausgabe zugleich die letzte als Redakteur. Seit 1972 hat der nun ausscheidende Pressewart des Stadtsportverbandes (SSV) beinahe im Vierteljahres-Rhythmus das Geschehen rund um das sportliche Geschehen in der Europastadt, Veranstaltung für Veranstaltung, Platzierung für Platzierung akribisch notiert. „Nur als Chronist", wie Kley bei seinen regelmäßigen Besuchen in der Lokalsportredaktion der Ruhr Nachrichten stets betont, „für das Tagesgeschehen seid Ihr zuständig."

Handgemacht

Womöglich ist das Werk des heute 75-Jährigen (Stand 2003) im Zeitalter des Computers das einzige Zeitungsprodukt, auf das der Begriff „handgemacht" noch zutrifft. Im Kellergeschoss seines Hauses schneidet der Rauxeler etxra für ihn nach Diktat getippte Textfahnen und Fotos „auf Maß" und klebt sie auf große weiße Papierbögen. „Die Schneidemaschine ist zwar schon kaputt, aber es lohnt sich nicht, eine neue zu kaufen", nimmt Kley Maß und stutzt ein Mannschaftsfoto auf die richtige Breite.

Die erste Ausgabe der SSV-Publikation mit einer Auflage von 300 Exemplaren musste gar ohne Fotos auskommen. Was der gelernte Fotojournalist aber nicht lange auf sich sitzen ließ. Der Mann, der nach eigener Aussage als Erster auf den Castrop-Rauxeler Fußballplätzen fotografierte, bebilderte seine Seiten mehr und mehr. Und die Auflage stieg bis zum heutigen Tage auf 1 000 Exemplare.

Die Fotografie wurde für Kley übrigens auch bei der „Brautschau" wichtig. Beim Werben um seine Frau Renate musste er bei seinem Schwiegervater in spé Bruno Klepinski, Chefredakteur einer Castrop-Rauxeler Tageszeitung, „landen" und lernte daher fotografieren.

Tricks beim Titelbild

Mitte der 70er Jahre arbeitete Hans Kley bereits mit „Tricks": Auf dem Titelblatt eines Sportspiegels prangte die Überschrift „Ansturm auf das Sportabzeichen". Das Foto zeigte indes den Zuschauerstrom auf dem Castroper Markplatz bei einer Predigt des legendären Jesuitenpater Johannes Leppich.

„Ein belebendes Element"

Von „SSV Aktuell" über die „Sport-Informationen" bis zum „CAS-Sportspiegel": Pressewart Hans Kley zieht in seiner 86. und letzten Ausgabe der SSV-Zeitschrift eine Bilanz über 31 Jahre. RN-Foto: Lukas

Kley bekam die Zeitung des Stadtsportverbandes im Jahr 1974. „Damals habe ich ,Casy` mit seinem Pferd ‚Sause' vom Reiterbrunnen herunter geholt", freut sich Kley. Seither verfasste Kley unter dem Pseudonym „Casy" in seiner Kolumne mit spitzer Feder, aber auch oft mit einem Augenzwinkern Kommentare zu den Sportereignissen in Castrop-Rauxel. Unterstützt von den treffenden Zeichnungen des Karikaturisten Rudi Grabowski.

Westfalenmeister

Kley, aus dessen Kamera auch jene legendären Fotos stammen, die den Jubel der frisch gekürten Westfalenmeisters Arminia Ickern im Jahr 1953 zeigen, hat gar mit dem Gedanken gespielt, sich als Nachfolger seiner Leica und Canon-Kameras eine Digitalkamera zu kaufen. „So viel fotografiere ich aber gar nicht mehr", verwarf das einstige Vorstandsmitglied bei den Arminen die Idee.

Schon lange hat Kley „den Fußball zur Seite gelegt". Wer ihn inzwischen tagsüber besuchen will, sollte sich auf einen längeren Fußmarsch einstellen, nämlich quer über den Frohlinder Golfplatz. Dort frönt er, so oft es geht, seiner neuen Leidenschaft zwischen Abschlag und Green.

Jubiläum: Der "Chronist" feiert Geburtstag - Hans Kley wird 85

Er war drei Jahrzehnte lang Pressewart des Stadtsportverbandes Castrop-Rauxel und ist Träger der Bundesverdienstmedaille. Als Fotojournalist und langjähriger Herausgeber des "Castrop-Rauxeler Sportspiegels" bezeichnete er sich selbst als "Chronisten". Am Donnerstag feiert Hans Kley seinen 85. Geburtstag.

CASTROP-RAUXEL Von Carsten Loos, 04.05.2011

Als langjähriger Herausgeber des "Castrop-Rauxeler Sportspiegels" wurde Hans Kley von Karikaturist Rudolf Grabowski als Strichzeichnung verewigt. RN-Foto Jens Lukas

Da gibt es diese, für Castrop-Rauxeler Verhältnisse, prominenten Fotografien. Sie zeigen die jubelnden Fußballer von Arminia Ickern, wie sie 1952, nach ihrem legendären Gewinn des Westfalenmeistertitels, durch die Straßen rund um die Glückauf-Kampfbahn ziehen und von ihren Anhängern beklatscht werden.

Auf den Auslöser seiner Kamera gedrückt und die Momente dieses bis heute einmaligen Erfolgs im heimischen Sport für die Ewigkeit festhalten hat Hans Kley. Dessen sportliche Wurzeln liegen im Fußball. In den 1950er Jahren engagierte er sich im Vorstand des damals führenden Castrop-Rauxeler Fußballclubs, dem SC Arminia Ickern.

Herausgeber des "Castrop-Rauxeler Sportspiegels"

Aus dem Hintergrund beobachtet und dokumentiert hat Kley über 30 Jahre lang den Castrop-Rauxeler Sport. "Ich bin nur der Chronist", sagte er stets bei seinen regelmäßigen Besuchen in der Lokalsportredaktion der Ruhr Nachrichten, "für das aktuelle Tagesgeschehen seid Ihr zuständig."

Von 1972 an gab Kley als Pressewart des Stadtsportverbandes (SSV) dessen Zeitschrift, den "Castrop-Rauxeler Sportspiegel", heraus. 86 Ausgaben lang verfolgte er das sportliche Geschehen in der Europastadt, akribisch. Veranstaltung für Veranstaltung, Platzierung für Platzierung. Bis er zu einem 75. Geburtstag, "in Pension" ging.

Die erste Ausgabe der SSV-Publikation mit einer Auflage von 300 Exemplaren musste gar ohne Fotos auskommen. Was der gelernte Fotojournalist aber nicht lange auf sich sitzen ließ. Er bebilderte seine Seiten mehr und mehr. Zuletzt erschien der "Sportspiegel" in einer Auflage von 1000 Exemplaren.

Kley ist begeisterter Golfer

Auch wenn er einst den Olympischen Fecht-Club mitbegründet hat, inzwischen hat Kley seine sportliche Heimat bekanntlich zwischen Fairway, Rough und Green gefunden. Er ist seit langem begeisterter Golfer, hat den Golfclub in Frohlinde Ende der 1980er Jahre mit aus der Taufe gehoben.

Und der Träger des Bundesverdienstmedaille stellte vor ein paar Jahren auch dort sein Talent zum Chronisten wieder unter Beweis. Zur Eröffnung der Golfplatz-Erweiterung und des neuen Clubhauses dokumentierte Kley die Geschichte des Vereins - sogar in Versen.

So liegt es nahe, dass Kley, wenn er aus gebotenem Anlass aus dem Hintergrund tritt, für Donnerstag, 5. Mai, zu einem Empfang ausgerechnet in das Clubhaus "seines" Golfclubs in Frohlinde geladen hat - zu seinem 85. Geburtstag.

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