18. August 1967: Die Renovierung der Glückauf-Kampfbahn

Bewegte Zeiten hat die Castrop-Rauxeler Glückauf-Kampfbahn, die Heimstätte der Fußballer des SC Arminia Ickern, nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt. Davon kündet auch ein Foto, das heute vor 50 Jahren im Lokalsport der Ruhr Nachrichten veröffentlicht wurde.

von Jens Lukas

(aus den Ruhr Nachrichten vom 18. August 2017)

Unter dem Bild stand geschrieben, dass die Kampfbahn renoviert wurde. Es wurden mehrere Schichten neue Rotgrant-Asche verbaut. Auch wurden die Tribünen mit neuen Randsteinen auf den Wällen versehen.

Um 90 Grad gedreht

Offen war im August 1967 noch, wann die Ickerner wieder in ihrer Glückauf-Kampfbahn auflaufen durften. Denn der Fortgang der Bauarbeiten war von trockener Witterung abhängig. In den Artikel zum Foto wurde erzählt, dass die Arminen auf unbestimmte Zeit in das Stadion an der Bahnhofstraße, das Domizil der SG Castrop, ausweichen mussten. Und es war zu lesen: „Der Landesligist kann sich aber mit dem Gedanken trösten, danach über einen sehr guten Platz zu verfügen.“

Das war nicht das erste Mal, dass die rote Erde an der Recklinghauser Straße bewegt wurde. Im Jahr 1945 war die zerbombte Glückauf-Kampfbahn nach dem Krieg um 90 Grad gedreht worden. Aus Platzmangel, weil im Westen das Parkbad Nord errichtet wurde. Dieser Kompromiss zahlte sich für die Arminen später aus. Stillgelegte Umkleidekabinen des Freibades wurden den Ickerner Fußballern zur Verfügung gestellt. Diese bauten daraus ihr noch heute aktuelles Klubheim.

Einschneidend war für der SC Arminia auch der Beginn des Jahres 1998. Damals wandte sich Michael Weskamp, von 1992 bis 2004 Vorsitzender, in der damaligen Vereinszeitung „Arminen-Echo“ an die Mitglieder und berichtete: „Wir haben seit dem 1. Januar 1998 den Sportplatz in Eigenregie zu führen. Wir müssen also gegenüber dem Sport- und Bäderamt einen ordentlichen Zustand des Platzes gewährleisten. Wir müssen alles tun, damit sich die Lage nicht weiter verschlechtert und wir eines Tages ohne Platz dastehen.“

Damals war die Lage prekär. In der Stadtverwaltung wurde laut über die Schließung von einigen in die Jahre gekommenen Sportplätzen nachgedacht. Eine recht überraschende Wende gab es im Jahr danach. Obwohl die Mitgliederzahl mit 398 Aktiven weit entfernt war von jener aus den 1960er Jahren (685), wurde den Arminen-Kicker 1998 in Aussicht gestellt, dass ihr Ascheplatz in ein Kunstrasen-Spielfeld umgebaut werde. Die Bauarbeiten begannen auch tatsächlich – im Herbst 1999 – und wurden im Frühling 2000 abgeschlossen.

Idee vom Korfball-Feld

Bei der Jahreshauptversammlung 1998 hatte Weskamp verkündet: „Das Sport- und Bäderamt geht mit seiner Prioritätenliste jetzt in den Norden unserer Stadt. Unser Platz wird für 300.000 Mark saniert. Der Umbau soll als Beispiel für die Arbeiten an den anderen Sportanlagen gelten.“ Die nur noch wenig genutzte 400-Meter-Leichtathletikbahn musste weichen.

Zusammen mit Ulrich Romahn, Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV), schmiedete Weskamp Pläne. Auf einer Grünfläche sollte ein Aufwärmplatz entstehen. Romahn brachte die Idee eines Korfball-Feldes für den KC Grün-Weiß ein. Beide Vorhaben wurde nicht umgesetzt. Dafür gab es aber – auch nach einigen Bombenfunden aus dem Zweite Weltkrieg – eine Tribüne mit 150 Sitzen, die aus einem Überschuss eines Bundesligisten zu bekommen waren.

Das letzte Mal, das Bagger in Ickern anrückten und das Spielfeld abtrugen, war im Herbst 2015. Damals wurde der Kunstrasenteppich gegen einen neuen ausgetauscht, weil die Haltbarkeitszeit abgelaufen war.

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.