19. Mai 1977: Die Rauxeler Handballer in der Aufstiegsrunde zur Landesliga

CASTROP-RAUXEL Heute vor 40 Jahren sorgten die Handballer der DJK SG Adler Rauxel, heute Teil der HSG Rauxel-Schwerin, für Aufsehen. Das Team von Spielertrainer Winfried Hetzel, das ein Jahr zuvor den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft hatte, schickte sich nun an, gleich noch eine Etage höher zu klettern. Letztlich scheiterten die Adler-Handballer knapp in der Aufstiegsrunde zur Landesliga. Für Hetzel war es der Schlusspunkt seiner Trainer-Laufbahn.

(aus den Ruhr Nachrichten vom 19. Mai 2017)
Von Jörg Laumann

In den Spielzeiten 1975/76 und 1976/77 schwammen die Rauxeler Handballer auf der Erfolgswelle. Zunächst gelang ihnen erstmals der Aufstieg auf die überkreisliche Ebene. Die erste Bezirksliga-Saison schlossen sie dann als Dritter ab und sicherten sich damit die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Landesliga.

Knapp gescheitert

Diese stand am 19. Mai vor 40 Jahren unmittelbar bevor. „Hetzel-Truppe optimistisch“, titelten die Ruhr Nachrichten zur Vorschau auf das erste Relegationsspiel in Horn-Bad Meinberg. Dort gab es eine 14:20-Niederlage, der die Rauxeler einen 19:17-Sieg gegen Kamen und ein 15:17 gegen Werdohl folgen ließen. Damit war Adler knapp gescheitert.

„Das war schon enttäuschend, weil wir unbedingt aufsteigen wollten“, erinnert sich Spielertrainer Winfried Hetzel 40 Jahre später. Für den heute 74-Jährigen, der bis 2008 in der Stadtverwaltung den Bereich Sport und Bäder geleitet hat, war die Partie gegen Werdohl die Abschiedsvorstellung bei den Rauxelern. „Das hatte aber schon lange vor der Aufstiegsrunde festgestanden.“

Der ehemalige Nationalspieler hatte das Adler-Team zuvor sieben Jahre lang als Spielertrainer betreut und es von der Kreisklasse bis in die Spitzengruppe der Bezirksliga geführt. In seiner Anfangszeit bei den Rauxelern hatte der erfahrene Handballer allerdings mit einigen Überraschungen zu tun. An die wenig attraktiven Spiel- und Trainingsorte vor der Eröffnung der modernen ASG-Halle und die nicht allzu leistungsorientierten Spieler erinnert er sich ebenso wie an die für ihn befremdliche Rivalität mit dem TuS Ickern. „Da hieß es nur: Wenn Ickern kommt, gibt es wieder Kloppe“, so Hetzel, „mir konnte aber keiner erklären warum.“

Junge Talente

Dem Spielertrainer gelang es, eine spielstarke Adler-Mannschaft zu formen. „Wichtig war dabei auch die Unterstützung durch den Jugendleiter Karl Kulosa“, sagt Willi Kückelmann, der 1975 von CVJM Castrop zu den Rauxelern wechselte. Junge Spieler wie Peter Pape, Matthias Zimmer oder Dietmar Dröse gingen aus Kulosas Talentschmiede hervor und spielten beim Bezirksliga-Aufstieg eine wichtige Rolle.

Die Saisonabschlussfeier der HSG Rauxel-Schwerin am vergangenen Samstag nutzten einige Veteranen aus den 1970er-Jahren zum Wiedersehen – mit viel Raum für Frotzeleien. „Joachim Peick hat das entscheidende Tor zum Bezirksliga-Aufstieg erzielt, und Karl Schiemann hat es vorbereitet“, sagt Kückelmann schmunzelnd. „Die beiden wollten es eigentlich vor der Halle noch einmal nachstellen, aber der Asphalt war ihnen dann doch zu hart.“

Das nächste Treffen haben die Routiniers schon vereinbart: Beim Lokalderby der HSG gegen den TuS Ickern in der Bezirksliga wollen sie auf der Tribüne sitzen – „Kloppe“ wird es dabei sicherlich nicht geben.

Und dann war da noch

Der 19. Mai war im Jahr 1977 ein Donnerstag (Christi Himmelfahrt). Auf einer Seite berichteten die Ruhr Nachrichten damals über das lokale Sportgeschehen.
Vor einem Nachholspiel am Feiertag beim FV Hombruch standen die Landesliga-Fußballer des VfB Habinghorst. Platz vier hatten sich Trainer Ulrich Viefhaus (Foto) und seine Schützlinge laut dem damaligen Bericht als Saisonziel gesetzt. In Hombruch gelang dem heutigen Vorsitzenden des Tennisvereins TC GW Frohlinde mit seinem Team dann ein 1:0-Sieg und der Sprung auf den Wunschplatz. In der Endabrechnung blieb den Habinghorstern allerdings „nur“ Rang fünf.

Für besondere Vereinstreue wurde der Fußballer Dieter Humpert vom VfR Rauxel mit einem Blumengebinde und einem Erinnerungsfoto geehrt. Er hatte gerade in der zweiten Mannschaft seinen 450. Einsatz für den VfR absolviert.
Stadtgruppenmeister der E-Junioren-Fußballer wurde die erste Mannschaft der SG Castrop. Verantwortlich für das Nachwuchs-Team zeichnete Trainer Jürgen Krause – damals selbst gerade einmal 19 Jahre alt.