6. Oktober 1972: RV Rauxel schaffte Satzgewinn gegen Tennis-Stars

CASTROP-RAUXEL Lehrstunde im Tennis. So titelten die Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel im Lokalsport am 6. Oktober 1972. Tags zuvor hatten die deutschen Spitzenspieler Ulrich Pinner und Jürgen Faßbender dafür gesorgt, dass die Tennishalle des RV Rauxel auf der Wartburginsel pickepackevoll war.

(aus den Ruhr Nachrichten vom 6. Oktober 2017)

Langsamer Boden

Auf der anderen Seite des Netzes standen die Rauxeler Spitzenspieler Walter Eisberg und Bernd Pawlowski. Eisberg erinnerte sich am Donnerstag an das Ereignis vor 45 Jahren uns sagte ganz stolz: „Bernd und ich waren ein gut eingespieltes Doppel. Wir haben auf Angriff gespielt und sogar den ersten Satz gewonnen.“

Tatsächlich war es so, dass die Lokalmatadoren im ersten Durchgang mit 6:4 die Nase vorn hatten. Walter Eisberg („Wir waren vor dem Spiel keineswegs nervös“) wusste auch den Grund dafür. Er erklärte: „In unserer Halle war damals ein Rekortan-Teppich ausgelegt worden. Auf dem sprangen die Bälle sehr langsam ab. Damit kamen die Stars zunächst nicht zurecht.“

In der Folgezeit wendete sich allerdings das Blatt: Pinner/Faßbender gewann das Duell mit 4:6, 6:3 und 6:2. Eisberg meinte: „Das war dann letztlich standesgemäß.“

Abstieg abgewendet

Damals war Walter Eisberg 32 Jahre und ist danach dem Tennissport bis ins hohe Alter treu geblieben. Der heutige 77-Jährige hat mit der Rauxeler Mannschaft der Altersklasse Herren 75+ in der Sommersaion den Abstieg aus der Regionalliga abgewendet.

Mit zwei Siegen aus sechs Spielen hatte der Henrichenburger seinen Anteil daran und betonte: „Ich habe vier Spiele gegen Spieler aus der Deutschen Altersklassen-Rangliste verloren. Abgeschossen hat mich auf jeden Fall keiner von ihnen, ich konnte gut mithalten.“

Das Gastspiel der Tennis-Profis Pinner und Faßbender 1972 in Castrop-Rauxel machte das Engagement des RVR-Abteilungsleiters Karl Köhle sowie wohl auch von Spieler Bernd Pawlowski. Dieser war seinerzeit von berufswegen in Dortmund Weltmeister der Damenfriseure geworden und mit Pinner, der noch heute dort wohnt, bekannt.

Auch Bernd Köhle, Sohn von Karl Köhle, wusste am Mittwoch zu dem damaligen Event auf der Wartburginsel etwas zu erzählen. Er sagte: „Faßbender war ein toller Doppelspieler am Netz. Beim ihm konnte man sich gut das Volleyspiel abgucken. Bei Pinner waren es die Grundschläge, von denen man lernen konnte.“

Für ihren Auftritt hatten die Stars gewiss „ein paar Mark kassiert“, meinte Bernd Köhle. Die Strahlkraft der Veranstaltung sei dafür allerdings auch über die Stadtgrenzen hinweg gegangen.“

Zwei Zugaben

Nach dem Doppel war aber noch nicht Schluss an dem Tennis-Abend. Denn Pinner, damals amtierender Deutscher Junioren-Meister, forderte Faßbender im Einzel heraus. Der Routinier gab sich ich hier keine Blöße und gewann mit 6:4 und 6:4. Dem Publikum zuliebe spielte das Duo auch nach dem erfolgreichen Matchball noch weiter. Den Zugabe-Satz entschied Jürgen Faßbender mit 6:1 für sich.

Ähnlich hochklassig wie der Auftritt von Faßbender und Pinner war die Veranstaltung 1969 bei der Einweihung der RVR-Tennishalle, wie sich Bernd Köhler einnert. Am 27. November gab es einen Schaukampf auf der Wartburginsel zwischen dem Davis Cup-Spieler Wilhelm Bungert und Adolf Kreinberg (Deutscher Hallenmeister von 1962), der sich später dem RV Rauxel anschloss.

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