26. Februar 1981: Fatih Yildirim kämpft in der Bundesliga

Spektakel war angesagt

CASTROP-RAUXEL. In der heimischen Faustkämpfer-Szene machte vor 35 Jahren Fatih Yildirim von sich reden. Am 26. Februar 1981 berichteten die Ruhr Nachrichten über das Talent vom Schweriner Boxring 28/47, das es bis in die Bundesliga schaffte und auch in die National-Mannschaft seines Heimatlandes Türkei berufen wurde.

(aus den Ruhr Nachrichten vom 26. Februar 2016)

Für den Interview-Termin kramte Faith Yildirim (links) noch einmal sein rotes Paar Sechs-Unzen-Boxhandschuhe heraus. Vor 35 Jahren berichtete die Zeitung über sein Bundesliga-Debüt für den BC Erle. Fotos (2) Jürgen Weiss/Krumtünger - Montage Klose

Auch zwei Türkische Meistertitel stehen in der sportlichen Biografie von Yildirim, der am 27. September 1957 in Ankara geboren wurde. Als Achtjähriger kam der spätere Bundesliga-Boxer mit seiner Familie nach Castrop-Rauxel. Heute, als 58-Jähriger, lebt er mit seiner Ehefrau Mediha und drei Töchtern (16, 21 und 29 Jahre) immer noch in der Europastadt. Dort ist Yildirim als Serviceleiter in einem Autohaus beschäftigt.

Talent schnell erkannt

Doch zunächst schrieb der junge Fatih als Faustkämpfer Schlagzeilen. Während seine Eltern in der Innenstadt ein Schneider-Atelier betrieben, schloss er sich bereits im Alter von neun Jahren dem Boxring 28/47 an. Der Schweriner Club trainierte damals in der Turnhalle der Pestalozzi-Schule. Das Talent Yildirims wurde von Schwergewichts-Idol Willi Warner und Trainer Ergül Ersoy schnell erkannt.

Der Weg in die Bundesliga war vorgezeichnet. Dieter Endler vom Boxring stellte den Kontakt zum BC Erle her. Yildirim sagt heute: „Die dachten: Mal sehen, was der kann.“ Und die Verantwortlichen in Gelsenkirchen wunderten sich.

Gleich in seinem ersten Kampf, über den die Ruhr Nachrichten am 26. Februar vor 35 Jahren berichteten, musste Fatih Yildirim im hessischen Korbach gegen den amtierenden Deutschen Meister, Reinhard Jassmann, im Halbmittelgewicht antreten. In der ersten Runde war noch alles ausgeglichen. In Runde zwei gab Yildirim zwar gegen den Europameisterschafts-Kandidaten auf, das war aber die Ausnahme.

Insgesamt kam der Castrop-Rauxeler Boxer auf 25 Erstliga-Kämpfe. Gegen Ende seiner aktiven Zeit boxte er noch vier Jahre für den BSV Mengede und erwarb nach 140 Kämpfen mit 28 Jahren die Trainer-Lizenz. Er trainierte noch einige Jahre die Dortmunder und auch den Boxring Schwerin.

In Erinnerung bleiben viele Kämpfe auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Wie zum Beispiel der Länderkampf mit 15 Kampf-Paarungen gegen die Engländer vom White Rose Boxing Club aus der Castrop-Rauxeler Partnerstadt Wakefield, der 1981 in der alten ASG-Aula an der Viktoriastraße ausgetragen wurde.

Viele Ehrengäste, darunter Bürgermeister Hugo Paulikat, konnte der damalige Boxring-Vorsitzende Günter Krumtünger zu dem internationalen Vergleich begrüßen. Yildirim war der Hauptkämpfer, und er erinnert sich: „Mein Gegner hieß Butler, das war ein harter Kerl, aber ich habe letztlich klar gewonnen.“

Weitere Boxkämpfe gab es im Schweriner Casino-Saal oder auch in einem großen Zelt, das extra für diesen Box-Abend aufgebaut wurde. Und immer wieder skandierte das Publikum: „Fatih, Fatih“. Wenn Yildirim boxte, war Spektakel angesagt.

Mittlerweile hängen die Handschuhe aber schon lange am Nagel. Extra für unser Foto hat der 58-Jährige das rote Sechs-Unzen-Paar noch einmal herausgekramt. Ansonsten nimmt Fatih Yildirim nur noch Badminton-Schläger in seine Fäuste
von Jürgen Weiß

Und dann war da noch...

CASTROP-RAUXEL.Der 26. Februar war 1981 ein Donnerstag. Auf einer halben Seite berichtete diese Zeitung an diesem Tag über das Lokalsportgeschehen in Castrop-Rauxel.

Dabei ging es unter anderem um die Westfalenmeisterschaften der Tennisspieler in Kamen. Fünf heimische Spieler nahmen teil, darunter auch die Brüder Bernd und Thomas Köhle, die damals mit dem RV Rauxel in der Oberliga spielten.

Franz Knickenberg ließ auf dem Reiterhof an der Bochumer Straße einen Erweiterungsbau für die bereits bestehende Mehrzweckhalle errichten.

Die ausgebaute Halle, so wurde es seinerzeit berichtet, sollte insgesamt 1800 Quadratmeter Fläche haben und Platz für 24 neue Pferdeboxen bieten. Bis heute ist die Reitanlage auf dem Hof Knickenberg das Domizil der RG Obercastrop.

Eine Partie zwischen den Billardfreunden und dem Billardclub Schwerin hatte in der 3. Kreisliga (Cadre 35/2) auf dem Spielplan gestanden. Am Ende gab es keinen Sieger: Die beiden Teams trennten sich mit einem 4:4. „Zwei gleichwertige Mannschaften teilten sich im Ortsderby die Punkte“, lautete das Fazit des Berichterstatters.
von Jörg Laumann

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