17. Juli 1992: Ralf Kubis ging von der Kugel zum Handball

Die Ruhr Nachrichten blickte am 17. Juli 2017 zurück:

Von Jörg Laumann

Die Vereinsmeisterschaften der Leichtathleten des Turnerbunds Rauxel standen vor 25 Jahren im Mittelpunkt der Berichterstattung. Der junge Ralf Kubis schrieb dabei mit einem starken Ergebnis im Kugelstoßen Schlagzeilen. Später feierte er auf anderem Terrain Erfolge: mit dem TuS Ickern als Handballer in der Oberliga.

„Mein Hauptaugenmerk galt immer dem Handball“, erinnerte sich Ralf Kubis im Gespräch mit dieser Zeitung am Donnerstag. Leichtathletik beim TB Rauxel habe er als Schüler noch nebenbei betrieben, weil sein Vater bei diesem Verein als Übungsleiter aktiv war.

Gotthardt springt weiter

Kubis‘ Leistungen bei den Vereinsmeisterschaften, die 1992 auf dem Sportplatz an der Kanalstraße stattfanden, waren in jedem Fall bemerkenswert. Mit 2842 Zählern im Dreikampf erreichte der damals 15-Jährige die beste Punktzahl von allen rund 60 Teilnehmern. Mit 10,07 Metern war Kubis, der in der Kategorie Schüler A startete, der beste Kugelstoßer des Tages. Im Weitsprung wurden seine 4,51 Meter nur von zwei Athleten übertroffen – darunter die zwölfjährige Katja Gotthardt, die später als Hürdensprinterin zur Deutschen Jugendmeisterin avancierte.

Ralf Kubis erlebte in der Folgezeit als Handballer die stärkste Phase des TuS Ickern mit. Als 19-Jähriger schaffte er mit dem Team um Spielertrainer Friedhelm Nischik den Aufstieg in der Oberliga, in der die Ickerner dann eine Saison lang aufliefen.

Privat ereilte Kubis wenig später ein Schicksalsschlag: Der junge Sportler erkrankte an Leukämie. Anfang 2000 starteten seine Eltern, sein Handballverein und weitere Unterstützer eine große Typisierungs- und Spendenaktion, durch die ein Stammzellenspender gefunden wurde. Zwei Transplantationen wurden durchgeführt, Kubis besiegte die Krankheit. „Nach Einschätzung der Ärzte bin ich heute vollständig genesen“, sagt er.

Im Anschluss an die erfolgreiche Behandlung gelang Kubis sogar die Rückkehr in den Handball-Spielbetrieb beim damaligen Bezirksligisten TuS Ickern. Noch bis 2007 lief er für den Verein auf.

Jetzt beim Taekwon-Do

Aus familiären Gründen trat der Ickerner, der heute beruflich als Elektrotechnik-Ingenieur für eine Dortmunder Firma tätig ist, danach sportlich kürzer. Mittlerweile hat er sich aber dem Verein Guwon Ui Son angeschlossen und betreibt dort Taekwon-Do. „Es geht mir weniger um dem Kampfsport, sondern darum mich fit zu halten“, erklärt Kubis, „beruflich bin ich überwiegend sitzend tätig“.

Als Fußball-Trainer

Auf dem Sportplatz kann man den 40-Jährigen zudem bei den D-Juniorinnen-Fußballerinnen von Victoria Habinghorst antreffen, bei denen er gelegentlich den Trainer Marc Sponholz unterstützt. Dieses Engagement kam aus der Familie zustande: Kubis‘ elfjährige Tochter Charlotte ist hier als Spielerin aktiv. „Sie hat auch einmal Handball ausprobiert, aber festgestellt, dass diese Sportart nichts für sie ist“, sagt der Vater.

Ralf Kubis selbst ist nur noch selten bei seinem ehemaligen Verein TuS Ickern anzutreffen. „Beim Handball zuschauen ist nicht so wirklich mein Ding“, kommentiert er, „dabei rege ich mich zu sehr auf“- Mitunter benötige er dabei auch eine ausgleichende Stimme aus seiner Familie. „Ich war immer der Meinung, dass bei uns damals besser und schneller gespielt wurde“, berichtet Kubis schmunzelnd, „meine Frau hat mir dann aber gesagt, dass das nicht so war“.

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