2007: Stadtmeisterschaft vor 1000 Zuschauern

2007 ging die Hallenstadtmeisterschaft am Stadtmittelmittelpunkt über die Bühne

2007 ging die Hallenstadtmeisterschaft am Stadtmittelmittelpunkt über die Bühne

Viel Arbeit, wie das Aufhängen von Netzen an der Decke (l. oben) und das Kleben des Kunstrasenteppichs (r.), steckte für die Helfer der Spvg Schwerin in der Organisation der Hallenstadtmeisterschaft in der Europahalle. Am Ende durften Hattrick-Schütze Sencer Ozbek (oben r.) und der SV Wacker Obercastrop den Titelgewinn bejubeln. Kapitän Dennis Hasecke bekam den Siegerpokal von WM-Torwart Hans Tilkowski überreicht. Fotos/Montage Lukas

Die Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel schrieben am 9. November 2017 in ihrer Serie "Yesterday"

FUSSBALL: Vor zehn Jahren spielte die heimische Kicker-Zunft ihren Hallenstadtmeister zum einzigen Mal auf einer großen Bühne aus: in der Europahalle.
Von Jens Lukas

Im Oktober 2007 überraschte Peter Wach (Foto rechts), der Geschäftsführer der Spvg Schwerin, die Redaktion dieser Zeitung mit der Ankündigung, dass sein Klub die Hallenstadtmeisterschaft der Fußballer in der 800 Zuschauer fassenden Europahalle auf die Beine stellen wolle.

Die Idee hatte der damalige Vorsitzende Horst-Dieter Reuter (Foto links) gehabt, so Wach: „Er und ich hatten damals die Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule besichtigt, weil wir ein Zelt für ein Catering dort aufbauen wollten.“ Die Schweriner wollten als Gastgeber kulinarisch etwas Besonderes bieten, fanden aber an der Bahnhofstraße zuwenig Platz vor. Weshalb Reuter gesagt haben soll: „Dann lass uns doch zur Europahalle gehen.“

Gerne professionalisiert“

Vor Ort hatten die Vorstandsleute ein gutes Gespräch mit Peter Breuer, dem Geschäftsführer der Forum GmbH. Der betonte am Donnerstag: „Das Turnier passte gut in die veranstaltungsarme Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Leider hat in den Jahren danach kein Verein mehr angefragt. Ich hätte gerne mit den Fußballern die Stadtmeisterschaft weiterentwickelt und professionalisiert.“

Bilderstrecke: Hallenstadtmeisterschaft 2007 in der Europahalle

Tatsächlich musste die Spvg Schwerin viel improvisieren und viel Arbeit in das Projekt stecken.

Aus der Eissporthalle im Herner Gysenbergpark liehen sich die Blau-Gelben einen gebrauchten Kunstrasenteppich. Wach berichtete am Donnerstag: „Zum Glück sind wir über Franko Wilken an einen 4-Tonnen-Lastwagen gekommen, um den schweren Teppich transportieren zu können.“ Der musste geschnitten und mit Klebeband verlegt werden.

Zudem mussten die Schweriner viele Quadratmeter Tornetze kaufen, die wie ein Zelt über dem Spielfeld hingen. Wach betonte: „Das musste sein, damit die Zuschauer, Lampen und Lautsprecher geschützt waren.“

Der Geschäftsführer erklärte: „Ich würde die Stadtmeisterschaft gerne wieder in der Europahalle organisieren. Darin steckte zwar viel Arbeit. Es hat aber auch viel Spaß gemacht – und wir haben alle unsere Kritiker überzeugt.“

Grandios seien die Durchsagen und Interviews gewesen, die die Hallensprecher Holger Bombien und Sascha Beleijew machten. Einen tollen Job hätten die vielen Helfer gemacht, wie etwa jene, die mit Kleberollen anrückten, wenn sich während der Spiele eine Naht des Teppichs löste.

Phasenweise waren gar 1000 Zuschauer gleichzeitig an den drei Turniertagen in der Halle, so Peter Wach. Matchwinner im Endspiel war Sencer Özbek, dem für den SV Wacker Obercastrop (Bezirksliga) ein Hattrick beim 5:3-Sieg gegen den damaligen Landesligisten VfB Habinghorst gelang.

Pokal vom WM-Keeper

Vor zehn Jahren war Dennis Hasecke (jetzt Trainer der SG Castrop) der Wacker-Kapitän, der aus den Händen von Hans Tilkowski den Siegerpokal überreicht bekam. Fußball-Spartenleiter Robert Mathis hatte den WM-Keeper von 1966 eingeladen und in die Halle geführt.

Hasecke sagte am Donnerstag: „Es hatten zwar einige auf dem Kunstrasenteppich Verletzungspech. Aber dennoch war das ein tolles Turnier, das die Schweriner auf die Beine gestellt haben. Schade, dass es nicht wiederholt wurde.“